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Hier geht es um den endlich verwirklichten Traum vom eigenen Stall, und unsere Erfahrungen, Tipps und Tricks rund um die artgerechte Pferdehaltung.

2. Februar 2020

Es ist nicht immer alles so einfach, wie es klingt

Man plant und überlegt - und holt sich Input bei anderen Pferdehaltern, Blogs, in Foren. Es ist toll, wieviele super Ideen es gibt!
Aber manche tolle Sache entpuppt sich schnell als nicht so praktikabel... Zum Beispiel habe ich mal eine Heuraufen-Selbstbau-Anleitung gesehen, komplett mit einem Kiesbett vor der Raufe. Gegen den Matsch.
Wenn ich eines weiß, dann dass ich keine Lust auf Heu und Pferdeäppel auf einem Kiesbett hätte.
Rund um die Raufen gibt es immer Sauerei. Immer. Also entweder den Boden um die Raufe befestigen, und zwar mit einem Boden, der möglichst glatt und eben ist, damit man ihn rechen und fegen kann. Oder, wenn das nicht geht, die Raufe so bauen, dass man sie versetzen kann.

Mein Lieblingsprojekt ist auch so eine tolle, ganz einfache Idee. Wenn man sich durch die Blogs querließt, ein echtes "Must Have" im heutigen Offenstall. Die Totholzhecke.
Super Sache! Ökologisch wertvoll, ganz einfach zu bauen, kostenlos und bietet Windschutz, Sichtschutz, ist Raumteiler und Knabberspaß in einem.


Alles, was man braucht, ist Baum- und Strauchschnitt. Dann stecke man in zwei Reihen Stöcke in die Erde und fülle den Zwischenraum mit dem übrigen Baumschnitt auf. Fertig!

Die erste Enttäuschung war, dass man im Sommer mal gar nichts "in die Erde steckt" bei uns. Der Lehmboden ist wie Beton. Mein Eifer war also ausgebremst bis zum Winter, erst nach ausgiebigen Regenfällen kann hier irgendwas in die Erde gesteckt werden. Und auch dann müssen die Löcher mit einer Metallstange vorgebohrt werden.

Dann muss man natürlich auch erst mal genug Material haben. Hier werden im Winter die Obstbaumreihen beschnitten, da fällt viel Baumschnitt an. Ein paar Stöcke im Wald gesucht, ein bisschen Heckenschnitt aus der Nachbarschaft - mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Man könnte das sicherlich auch professioneller angehen - ich will aber auch keine Traktorladungen Holz vor der Tür abgeladen bekommen. So nach und nach hat sich aber doch einiges angesammelt für ein paar Meter "Benjeshecke", wie man das auch nennt. Nach Herrn Benjes, dem Erfinder.

Aus Platz- und Materialmangel wollte ich keine meterbreiten Haufen haben, sondern eher schmale, zaunartige Gebilde. Vor allem als Sichtschutz gedacht. Das stellt natürlich interessante Anforderungen an die Statik. Vor allem bei heftigem Wind.

Meine Hecke ist außerdem mit E-Zaun ausgezäunt. Wenn die Ponies dran könnten, dann hätten die nicht nur Knabberspaß (und evtl. ist da irgendwas dabei, was sie nicht fressen sollten), sondern vor allem Auseinandernehm- und Schubberspaß. Vom "Raumteiler" wäre ganz schnell nix mehr übrig. Es gibt also lieber ein paar Äste auf dem Paddock, aber keinen Zugang zur mühsam errichteten Totholzhecke.

Andere fleissige Heckenbauer haben die Probleme unterschiedlich gelöst. Zum Beispiel als senkrechte Stäbe T-Pfosten genommen, die stehen dann auch. Allerdings ist die Hecke dann wirklich nicht mehr kostenlos. Oder nur ganz niedrige Hecken-Haufen-Gebilde, die dann eher Knabberangebot statt Hecke sind.

Mein Fazit: Ich find's nach wie vor toll, und ich bin gespannt, ob meine stümperhaft gebaute Hecke den nächsten Sturm überlebt. Super schnell und einfach ist aber irgendwie anders.

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